Sicht durch eine Brille auf einen Wald

Echt nachhaltig oder Show-Öko? | People of Lyreco

Den gesamten Juni über nimmt Lyreco Deutschland dem Thema „Nachhaltigkeit“ in den Fokus. Ein Teil dieses Nachhaltigkeitsmonats ist die Reihe „People of Lyreco“, bei der unsere Mitarbeiter*innen ihre Perspektive zu Nachhaltigkeitsthemen präsentieren.

Nach ihrem ersten Beitrag zum Umweltschutz vor 50 Jahren präsentiert unsere Media Design Spezialistin Kerstin Nitzsche in diesem Artikel ihre Meinung zum Thema Nachhaltigkeit vs. Show-Öko.

 

Die Natur verfügt über eine überaus liebenswerte Eigenschaft: Sie ist einfach da und funktioniert nach ihren eigenen Gesetzen – völlig unabhängig davon, was wir Menschen uns denken. Diese schlichte Erkenntnis scheint in der heutigen Zeit dem ein oder anderen Mitmenschen bedauerlicherweise abhandengekommen zu sein.

Grünes Paket

Wie sonst ließe es sich erklären, dass unter Wörtern wie „nachhaltig“, „Umwelt“ oder „bio“ so viel Unsinn veranstaltet wird? Dieser Unsinn kommt meiner Ansicht nach aus zwei Richtungen: Die erste sind die „Trittbrettfahrer“, die meist sehr geschäftstüchtig auf der Welle mitsurfen und mit möglichst wenig Aufwand Kasse machen wollen. Dazu braucht es nicht viel mehr als eine simple Idee und ein wenig rhetorische Deko, um das „Nichts” schön zu verpacken.

Die Motive der zweiten Richtung sind da schon komplexer. Ich nenne sie mal die „Marktschreier“. Damit sind Leute gemeint, die zwar sehr laut „Natur“ schreien, aber oft keinerlei Ahnung von ebendieser haben.

Diese Menschen und ihre „Angebote“ gilt es zu umschiffen, wenn wir wirklich nachhaltig handeln wollen und Umweltschutz ernst meinen. Jedoch wie erkenne ich diese Fallstricke im Alltag, ohne ständig irgendetwas hinterher recherchieren zu müssen? Patentlösungen habe ich keine, aber ein paar Ideen möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben.

Punkt eins ist immer die Funktion des Angebots: Ich persönlich stelle bei der Kaufentscheidung klar den Zweck in den Vordergrund. Bei vielen Produkten spielt das aber keine Rolle mehr. Auch die Liste der nachhaltigen Produkte, die in ihrer Funktion dem herkömmlichen Original (noch) nicht das Wasser reichen können, ist lang. Sind es nur kleinere Abstriche, die gemacht werden müssen, sollten wir uns ehrlich fragen, ob wir damit leben können oder nicht alsbald genervt wieder zur herkömmlichen Variante greifen. Denn Produkte, die dem angestrebten Verwendungszweck nicht hundertprozentig genügen, sind – egal aus was und wie sie hergestellt wurden – niemals umweltfreundlich. Schließlich sind für die Produktion verbrauchten Ressourcen am Ende oft vollkommen verschwendet – nämlich in dem Moment, in dem sie ersetzt werden.

Bei Punkt zwei wird es schon etwas kniffliger: Sinnhaftigkeit. Hier stellt sich die Frage „Ergibt das Angebot Sinn?“ Das soll keine Einladung zur Philosophiestunde sein, sondern ein kleiner Denkanstoß. Stehen Ressourceneinsatz für Produktion, Nutzwert und spätere Altlast in einem gesunden Verhältnis zueinander? Um die Frage richtig zu beantworten, müssen wir nicht jedes Detail wissen.

Foto einer Media Design Spezialistin von Lyreco

Patentlösungen gibt es leider keine, um wahre Nachhaltigkeit im Alltag erkennen zu können - dennoch möchte ich einige Ideen mit auf den Weg geben.

Kerstin Nitzsche
Frau fasst sich fragend an den Kopf

Der dritte Punkt ist meiner Meinung nach der schwierigste, denn er kann unvermittelt ins eigene Selbstverständnis zielen. Hierbei geht es darum, die Angebote der „Marktschreier“ kritisch zu hinterfragen und zu durchschauen – seien es Produkte, Dienstleistungen oder auch Bewegungen und Trends. Schwierig ist das deshalb, weil „Marktschreier“ oft oder sogar immer darauf abzielen, unsere Gefühle und Moral anzusprechen.

Aber wie können wir vermeiden, „Marktschreiern“ auf den Leim zu gehen? Ab und an mal kurz innehalten, nachdenken, hier und da mal ein wenig recherchieren und dabei möglichst verschiedene Quellen, gern auch entgegengesetzte, nutzen. Das hilft oft schon weiter.

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Natur einfach da. Das ist sie immer, auch wenn heute gern behauptet wird, wir hätten uns von der Natur entfernt. Nichts ist falscher. Wir alle funktionieren in jeder einzelnen Sekunde unseres Lebens nach ihren Gesetzen. Alles, was wir tun und erschaffen, können wir nur innerhalb ihres Regelwerks.

Am Ende gewinnt die Natur. Immer. Es ist unsere Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen. Und die beginnt bereits bei der kleinen persönlichen Entscheidung, trotz allen „Buzzword-Geklingels“ ein entsprechendes Produkt nicht zu kaufen oder eine Initiative nicht zu unterstützen.

Nicht überall, wo „nachhaltig“, „Umwelt“ oder „bio“ draufsteht, ist auch ein Nutzen für die Umwelt drin.

Foto einer Media Design Spezialistin von Lyreco
Kerstin Nitzsche
Media Design Specialist

Lesen Sie hier Kerstins ersten Beitrag