Lyreco auf Schienen durch die Nacht

Auf Schienen durch die Nacht

Seit 2001 ist das Logistikzentrum von Lyreco im aargauischen Dintikon in Betrieb. Von hier aus verteilen wir sämtliche Bestellungen in die ganze Schweiz – und das möglichst umweltfreundlich. Doch erst die Partnerschaft mit Papyrus Schweiz macht unseren zuverlässigen Next-Day Delivery möglich. Peter Meier, Managing Director von Papyrus Schweiz, erzählt im Interview, wie Papyrus, Lyreco und SBB Cargo zusammenspannen.

Herr Meier, seit 1993 befindet sich das Logistikzentrum von Papyrus in Dintikon. Wie wichtig ist der Standort für das Unternehmen?

Für die Logistik kann der Aargau als eigentliches Herzstück angesehen werden. Auf der leicht gekrümmten Achse von St. Gallen bis Lausanne – ich nenne es gerne die Business-Banane – liegt der Aargau ideal. Mittlerweile haben das viele Firmen erkannt und sich hier in einem Umkreis von rund 30 Kilometern niedergelassen. Dafür ausschlaggebend ist zum einen die Nähe zur Autobahn A1, zum anderen das gut ausgebaute und nachhaltige Schienennetz von SBB Cargo. In Dintikon haben wir seit 1998 sogar einen eigenen Bahnanschluss mit Zugang zum Express-Netz.

 

 

Was heisst das für den Next-Day-Delivery-Service konkret?

Das Express-Netz von SBB Cargo garantiert uns in Dintikon präzise Zeitfenster für den Transport über Nacht. Wenn wir um 7 Uhr damit beginnen möchten, unsere Kunden zu beliefern, bedingt dies, dass die Ware bereits morgens um 5 Uhr in den Verteilzentren bereitsteht: ob in Bern, St. Gallen, der Westschweiz oder im Tessin. Damit das möglich ist, verlassen die Bestellungen von Papyrus und Lyreco den internen Bahnhof gebündelt um 21.30 Uhr. Was nicht jeder weiss: In der Schweiz besteht seit 1934 ein Nachtfahrverbot für Lastwagen. Damit wir Kunden in der ganzen Schweiz zuverlässig am nächsten Tag beliefern können, ist der Nachttransport via Schiene durch SBB Cargo zentral.

Peter Meier, Managing Director von Papyrus Schweiz im Interview mit Lyreco

Papyrus pflegt eine enge und nachhaltige Beziehung mit Lyreco und SBB Cargo. Im Jahr 2019 konnten wir beim Transport 1533 Tonnen CO2 einsparen. Das sind 5906 Lastwagenfahrten.

Peter Meier
Managing Director, Papyrus Schweiz

Seit 2001 ermöglichen Sie Lyreco Zugang zum Express-Netz. Wie kam es dazu?

Die Partnerschaft zwischen Lyreco und Papyrus reicht weit über 20 Jahre zurück. Schon damals war Lyreco, noch unter dem Namen Büro Fürrer, einer unserer grössten und wichtigsten Logistikservice-Kunden. Bis heute ist das so geblieben. Weil man Synergien in der Logistik schon früh erkannte, entschloss man sich 1998, auch geografisch näher zu rücken. Die Vision war es, gemeinsam zum führenden Logistikzentrum für Büromaterial und Papier heranzuwachsen. So erstellte Papyrus auf seinem Grundstück in Dintikon einen zusätzlichen Gebäudekomplex für Lyreco. Das Logistikzentrum nahm 2001 den Betrieb auf. Unser gemeinsames Ziel war es, die Lagerhaltung und Warenverteilung zu optimieren und die Lieferungen für den Bahnversand zu bündeln. Das Transportvolumen unserer Firmen ist denn auch für SBB Cargo sehr attraktiv, sodass in gemeinsamer Absprache das Anschlussgleis erweitert wurde. Eine klare Unterteilung in Wareneingang und -ausgang wurde damit möglich, wodurch wir noch effizienter geworden sind. Seither verlassen pro Nacht sechs Wagen den Standort, sechs bis acht Bahnwagen treffen täglich ein. Als Betreiberin der Bahninfrastruktur steht Papyrus Schweiz bezüglich Verträgen mit SBB Cargo im Lead. Wir verstehen uns aber nicht in erster Linie als Provider, sondern pflegen eine enge und nachhaltige Beziehung: sowohl mit Lyreco als auch mit SBB Cargo.

Was wir bei Lyreco durch die Zusammenarbeit mit Papyrus und SBB Cargo an CO2 einsparen.

Wenn es um A4-Papiere geht, sind Papyrus und Lyreco harte Konkurrenten. Was ist es, das die Partnerschaft trotzdem seit so vielen Jahren aufrechterhält?

Wir respektieren uns als Mitbewerber und schätzen uns als starke Logistikpartner. In Bezug auf Nachhaltigkeit und Qualität verfolgen wir dieselben Ziele und pflegen eine ähnliche Unternehmenskultur. Daneben achtet Papyrus in der Rolle als Transportdienstleister darauf, dass Produkte miteinander verträglich sind. In der Regel handelt es sich um Büroprodukte im weitesten Sinn.

 

Synergien sind wertvoll. Nutzt Papyrus auch Synergien mit anderen Unternehmen?

In der Tat bietet Papyrus seine Infrastruktur unterschiedlichen Unternehmen an, wobei Lyreco nach wie vor zu unseren grössten und wichtigsten Partnern zählt. Als Transportdienstleister können wir seit zwölf Jahren Lieferungen gebündelt transportieren und damit CO2 einsparen. Unsere Transportleistungen umfassen nebst dem Express-Netz von SBB Cargo auch den Palettentransport via Lkw. Das nutzt beispielsweise auch die Firma Goessler in Zürich. Der bekannte Schweizer Couverthersteller hat seine gesamte Warenverteilung inzwischen an uns ausgelagert.

 

Verträgt sich der Transport via Lkw denn mit Ihrem Nachhaltigkeitsgedanken?

Wo immer möglich, nutzen wir umweltverträgliche Transportwege. Im Jahr 2019 konnten wir dank SBB Cargo rund 1533 Tonnen CO2 einsparen. Das sind 5906 Lastwagenfahrten. Zudem verwendet die SBB bereits heute 98 Prozent ihrer Energieleistungen aus nachhaltiger Wasserkraft. Nicht immer kann auf den Transport via Lkw verzichtet werden. Deshalb bündeln wir Lieferfahrten wo immer möglich. Der Umweltgedanke ist tief in unserer DNA verwurzelt. Papyrus war beispielsweise das erste Unternehmen in Europa, das FSC®-zertifiziert wurde. Dazu kam 2010 die Zusammenarbeit mit myclimate für eine CO2-neutrale Logistik. Kontrolle und Überprüfbarkeit sind für uns zentral. Dieser Anspruch an Transparenz und Nachhaltigkeit verbindet uns mit Partnern wie Lyreco, der beispielsweise für die Feinverteilung in den Städten Zürich, Bern und Basel umweltfreundliche E-Rikschas nutzt. Aber auch die Lyreco Mehrwegboxen widerspiegeln den bewussten Umgang mit Ressourcen. Umso wichtiger bleibt für uns der konstruktive, vertrauensvolle Austausch auf Augenhöhe, um auch in Zukunft gemeinsam logistisch starke Lösungen zu entwickeln.

Zur Person

Peter Meier ist seit 1999 bei der Papyrus Schweiz AG tätig. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Thalwil und der Niederlassung in Lausanne sowie dem klimaneutralen Logistikzentrum in Dintikon ist führender Anbieter von Papier. Daneben bietet das Unternehmen Lösungen für die Druckindustrie an und ist ein wichtiger Händler für Büropapiere sowie für Verpackungs- und Hygienematerialien. 149 Mitarbeitende erzielten 2019 zusammen mit der Schwesterfirma Scaldia Schweiz AG einen Umsatz von über 120 Millionen Franken. Mehr Informationen unter www.papyrus.com.

SBB Cargo verbindet die grossen Wirtschaftsräume der Schweiz zuverlässig und nachhaltig. Den umweltfreundlichen Transport via Schiene kann jedes Unternehmen nutzen. Wo kein direkter Anschlussbahnhof besteht, bietet SBB Cargo individuelle Angebote mittels kombiniertem Verkehr an. Je nach Bedürfnis sind Auslieferungen per Express-Netz oder innerhalb vordefinierter Zeitfenster möglich.

Schon heute nutzt SBB Cargo seine Energie aus 98 Prozent erneuerbarer Wasserkraft und strebt bis 2030 eine vollständige Klimaneutralität an. Das Unternehmen transportiert jährlich rund 29,8 Millionen Tonnen Güter im Wagenladungs-, Ganzzugs- und kombinierten Verkehr innerhalb der Schweiz – dies entspricht knapp 10’000 Lastwagenfahrten pro Tag.

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