Home ohne Office

Gesundheitsschutz im Homeoffice: so können Arbeitgeber unterstützen

Homeoffice ist für viele nicht mehr wegzudenken. Neben den unbestrittenen Vorteilen birgt die Arbeitsweise auch Gefahren für die Gesundheit von Mitarbeitenden. Arbeitgeber können dem entgegenwirken, indem sie Leitplanken schaffen und die Mitarbeitenden über den Gesundheitsschutz aufklären.

Gemeinsam mit der Familie zu Mittag essen, nach der Arbeit noch schnell eine Runde laufen oder den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Homeoffice bietet eine Reihe von Vorteilen. Neben der erhöhten Flexibilität und besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Familien- beziehungsweise Sozialleben gewinnen die Arbeitnehmenden durch den Wegfall der Pendelzeit wertvolle Freizeit und können sich dadurch schneller erholen. Zudem sparen sie Kosten für den Arbeitsweg und die auswärtige Verpflegung.

Soweit die Vorteile. Das Arbeiten im Homeoffice birgt aber auch Risiken. Weil das Berufsleben nahtlos in das Privatleben übergeht, können Arbeitnehmende Schwierigkeiten haben, sich abzugrenzen. Dies wird dadurch verstärkt, dass sie theoretisch auch ausserhalb der Arbeitszeiten erreichbar sind. Selbst wenn dies nicht die Erwartungshaltung des Arbeitgebers ist, können sich Mitarbeitende dazu verpflichtet fühlen.

Die im Homeoffice besonders hohe Autonomie und Flexibilität kann zur Überforderung werden. «Die Arbeitsweise erfordert einen hohen Grad an Selbstständigkeit, Disziplin und Eigeninitiative», erklärt Paloma Petschen, People & Culture Director bei Lyreco. «Mitarbeitende müssen sich ihre Arbeitsstrukturen selbst schaffen und sicherstellen, dass sie sich an Arbeitszeit- und Pausenregelungen halten.» Werden Pausen regelmässig ausgelassen und wird auf Dauer länger gearbeitet als vorgesehen, kann das zur gesundheitlichen Belastung werden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Mitarbeitenden sozial isolieren und der Teamzusammenhalt leidet. Hier sind die Vorgesetzten besonders gefordert, indem sie die Voraussetzungen und die richtigen Gefässe für den Austausch schaffen.

«Die Arbeitsweise erfordert einen hohen Grad an Selbstständigkeit, Disziplin und Eigeninitiative»

Paloma Petschen
People & Culture Director

Gesundes Homeoffice nur mit klaren Leitplanken möglich

Arbeitgeber sind verpflichtet, alle Angestellten unabhängig vom Arbeitsort über die möglichen physischen und psychischen Gefährdungen ihrer Arbeit zu informieren und ihnen die Massnahmen zum Gesundheitsschutz aufzuzeigen. Beim Homeoffice kann der Arbeitgeber nicht überprüfen, ob die Anforderungen diesbezüglich erfüllt sind. Deshalb ist es wichtig, dass Arbeitnehmende ihren Teil zu einem gesunden Homeoffice beitragen. «Das bedingt aber, dass Unternehmen die Leitplanken dafür schaffen», betont Paloma Petschen.

Das Seco empfiehlt Arbeitgebern, eine klare Vereinbarung zum Homeoffice aufzustellen, die in etwa folgende Aspekte abdecken sollte:

  • möglicher/erforderlicher Anteil Homeoffice
  • Erreichbarkeit und Reaktionszeit
  • Verbot der Sonntags- und Nachtarbeit (23 bis 6 Uhr)
  • Vorgaben über die Einrichtung des Arbeitsplatzes
  • zur Verfügung gestellte Geräte und Materialien sowie allfällige Entschädigung
  • Vorgehen bei Störungen, zum Beispiel wenn die Arbeitsausführung verunmöglicht wird
  • Regelung der Kinderbetreuung
  • allfällige Regelungen betreffend sensible Daten und Haftung

Stellt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden einen vollständig eingerichteten Arbeitsplatz vor Ort zur Verfügung und arbeiten sie freiwillig von zu Hause aus, ist er nicht verpflichtet, sich an den Kosten für die Einrichtung im Homeoffice zu beteiligen. Nicht klar geregelt ist der Fall, wenn der Arbeitgeber die Anzahl eingerichteter Arbeitsplätze reduziert und nicht alle Mitarbeitenden vor Ort arbeiten können. Dann sollte der Arbeitgeber eine faire Lösung suchen, zum Beispiel in Form einer angemessenen Kostenbeteiligung.

Tipps für ein gesundes Homeoffice

  • Klare Trennung von Arbeit und Privatleben, wenn möglich auch räumlich
  • Ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz
  • Häufiges Wechseln der Arbeitsposition
  • Ausloggen aus dem System und Herunterfahren des Computers nach Arbeitsende
  • Einhaltung von fixen Arbeitszeiten und Pausen
  • Geregelte Kinderbetreuung